News

Wichtig!


Liebe Hifi Freunde,
unser Hörabend wird vom 12.12.2017 auf den 08.12.2017 verlegt!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.


 


We would like to inform you, that the new review of Cube Audio Bliss C loudspeakers is finally ready and the last part was published today on 6moons.com

We are also very proud to announce that the speakers received rare "Blue Moon Award".

Small review spoiler:
"With just one driver, zero filter parts and that simple rectangular cab with no bowed cheeks, narrow spine, sloping top or other geometric snazz, our blissed-out vitamin C will seem somewhat challenged on perceived value. Elsewhere, €6'000/pr buy a lot more stuff. "Get stuffed then" is how the Bliss C might retort if you can't hear the difference. Which is perfectly fair. This a non-mainstream proposition. It's not aimed at your typical pound-for-pound guy who equates quantity with quality. The ideal target customer might live in a nice flat whose listening room size really warrants nothing bigger; where neighbourly peace mandates more modest SPL to deliver the full Monty so that headphones mustn't stand in to enjoy music whenever one wants; where accumulated hifi experience recognizes just what makes this Polish choice so special. And such a twice-around-the-block punter appreciates something else. Whilst to him it ultimately doesn't matter how one gets there as long as one does... Cube Audio have squarely arrived with their own driver."

​"What's more, the 'normalized' bit of its award caption shoehorns the salient fact that it required no unusual playmates to behave itself. It sounded admirably linear and balanced inside a 100% solid-state and 'fast' context. If there was such a thing as a widebander's liberation movement, the Bliss C would be one of its most accomplished ambassadors I've yet heard. Are you ready to join the Single's Lib? It won't interfere with your marriage one bit and could actually enhance it. Sometimes smaller is better..."

You can find complete original review: Review of Loudspeakers Cube audio Bliss C

Bei uns in der Vorführung !

Ein Termin lohnt sich !

 

 

Ein Test aus der EAR IN 3/2017

Amerikanisch abgedreht

Die Headline verlangt eine Klarstellung: Ich meine das nicht politisch, sondern auf den Kopfhörer Abyss AB 1266 Phi bezogen. Der ist nämlich ein positives Beispiel dafür, dass es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben unbegrenzte Möglichkeiten gibt, die auch zu solch leicht abgedrehten Produkten führen können.

Das hat Charme. So einfach mal in die Vollen, ohne Rücksicht auf Kleinigkeiten wie Kostenkalkulation (Erbsenzählerei), Ästhetik (Blödsinn, HiFi ist ein Männerhobby) oder einfach alles, was nicht dem ultimativen Klang oder solider Unzerstörbarkeit dient (if it brakes, make it bigger). Ergonomie oder Passform? Da kann man vielleicht geringfügige Zugeständnisse machen -

müssen wir noch darüber reden. Schließlich hat ja sogar Harley die Sache mit dem Starrrahmen irgendwann aufgeben und Federelemente an Motorrädern verbaut. Bis dahin hat es aber auch ein Fahrradsattel getan. Nun kommt der Abyss AB 1266 Phi nicht aus Milwaukee, Wisconsin, sondern aus Lancaster, New York, und zwar aus der Schmiede von JPS Labs. Schwerpunktmäßig hat sich die Firma auf HiFi-Kabel spezialisiert und vor einigen Jahren mit Abyss eine Marke für kompromisslose, magnetostatische Kopfhörer etabiliert. Und ja, den Vorgänger, den Abyss AB 1266, habe ich schon vor drei Jahren an dieser Stelle einmal vorgestellt.

Zur diesjährigen High End hat Abyss aber die neue, überarbeitete ''Phi'' Version mitgebracht, und der rührige Deutschland-Vertrieb in Form von Uwe Heile hat mir den neuen Wurd von Joe Subinski, Chef und Mastermin von JPS Labs, für einen Test zur Verfügung gestellt.









Ausstattung

Prinzipiell handelt es sich beim Abyss AB 1266 Phi um einen offen gebauten, magnetostatischen Kopfhörer. Aber um was für einen. Die Treiber werden einzeln von Hand bei JPC beziehungsweise Abyss gebaut. Im Vergleich zum Vorgängermodell haben die Amerikaner vor allem am Magnetsystem gearbeitet – das große Phi ist unter anderem die physikalische Bezeichnung für den magnetischen Fluss. Okay, das Tüfteln an den Magnetstrukturen der magnetostatischen Treiber gehört offensichtlich zu den Lieblingsbeschäftigungen von Entwicklern magnetostatischer Kopfhörer. Darüber hat mir schon Sankar Thiagasamudram, Mitbegründer und Chefentwickler von Audeze, einen stundenlangen Vortrag gehalten.

So auskunftsfreudig wie bei Audeze gibt man sich bei Abyss leider nicht. Am ''Chassis'' hat sich offensichtlich wenig getan. Der schwarz anodisierte Aluminiu-Bügel, an den die Treiber starr befestigt sind, scheint mir unverändert. Und auch das elastisch aufgehängte Kopfband aus Leder, das die Konstruktion auf dem Kopf und über den Ohren schweben lässt, scheint mit keine Veränderung erfahren zu haben. Die magnetisch haftenden Ohrpolster aus Lammleder, die weiterhin kaum Kontakt zu Ohren oder zum Kopf aufnehmen, gab es auch schon beim Vorgänger. Kleine Veränderungen gab es bei den elektrischen Parametern, die neue Version hat mit 42 Ohm eine etwas geringere Impedanz und mit 88 dB einen etwas höheren Wirkungsgrad als der Vorgänger. Auch die aktuelle Version will über ein eigenes Kabel pro Kanal symmetrisch angesteuert werden. Für das neue Modell bietet JPS Labs auch ein gegenüber dem Serienkabel aufgewertetes Austauschkabel an.

Passform

Passform? Kann man so eigentlich nicht sagen. Der AB 1266 Phi passt nicht, soll nicht passen, muss auch garnicht passen. Zumindest nicht im üblichen Sinn. Wenn das Gerät auf dem Kopfband über den Ohren schwebt, reicht das völlig. So hält der Abyss sogar erstaunlich sicher. Gut, Headbangen sollte man damit nicht, aber es ist kein Problem, den Kopf zu neigen um an der Kaffeetasse zu schlürfen oder auch mal nach dem auf dem Couchtisch vor einem liegenden Plattencover zu greifen. Dabei bleibt der Kopfhörer, wo er hingehört. Der große Vorteil eines so entspannten Sitzes, bei dem die Ohrpolster kaum den Kopf berühren, ist, dass Brillenträger kein Problem mit dem Abyss haben.

Klang
 

Mittlerweile ist auch bei einem Kopfhörer ein Preisschild von 5.000 Euro kein Alleineinstellungsmerkmal mehr – da hatte ich inzwischen auch andere in der Redaktion. Und von Geräten wie einem Sennheiser HE1 (neuer Orpheus) für mittlerweile 60.000 Euro oder einem HiFiMan Shangri-La, der hier um die 70.000 Euro kosten würde, wollen wir mal gar nicht reden. Innerhalb seines preislichen Umfeldes ist der AB 1266 Phi sein Geld wer, das muss ich an dieser Stelle ganz deutlich sagen. Was dieser Kopfhörer an Transparenz, Auflösung und Details bietet, ist atemberaubend. Dass er das Ganze immer in einem musikalischen Zusammenhang belässt, macht Ihn perfekt. Ich kenne kaum einen Kopfhörer, der ein großes Symphonieorchester so überzeugend abbilden oder einen großen Konzertflügel in seinem gesamten Facettenreichtum und seiner Komplesität so darstellen kann wie der AB 1266 Phi. Und wenn Zaz in ''Je veux'' eindringlich singt, ''vergiss Dein Geld'', möchte ich Ihr leidenschaftlich beipflichten. Allerdings – ohne Geld kann man sich einen AB 1266 Phi niemals leisten.



Testbericht von LowBeats vom 29.Juni.2017, Autor: Raphael Vogt

Test: Oppo UDP-205 – der audiophile Universalgelehrte

Seit Monaten wurde über diesen Player spekuliert, nun ist er endlich im LowBeats Testkino eingetrudelt: der Oppo UDP-205. Und obwohl die Maschine noch niemand in den Fingern hatte, wurde in den Foren schon im Vorfeld über den Preis genörgelt und die Frage gestellt, wann wohl das versprochene Update für Dolby Vision kommen würde. Wir können sagen: jetzt. Mit dem UDP-205. Und wir haben es ausprobiert.


Oppo UDP-205: Massive Front mit zentralem Laufwerk und klarem Display (Foto: R. Vogt)

 

Auf den ersten Blick ähnelt der Oppo UDP-205 dem Vorgänger Oppo BDP-105D, den LowBeats bereits in der in audiophil getunten Variante als Audiocom Signaturetestete. Doch wie schon die Bezeichnung „UDP“ (statt „BDP“) andeutet, handelt es sich wie schon beim kleineren Modell Oppo UDP-203 um eine komplette Neukonstruktion, die nur noch das grobe Konzept der Vorgänger aufgreift. Sonst wäre auch die Verarbeitung der Ultra High Definition Discs und Formate nicht möglich.

Die Sache mit den ultra-hohen Auflösungen gilt auch für die Audiosektion, denn via USB-2.0 Schnittstelle verarbeitet der Oppo UDP-205 sage und schreibe 768 kHz Abtastrate mit 32 Bit bei PCM und DSD512 – und damit die achtfache Auflösung einer SACD.

Ach ja, SACD und DVD-Audio spielt das Laufwerk natürlich auch – neben CD, DVD-Video und allen nur erdenklichen Blu-ray-Derivaten bis zur Ultra-HD Blu-ray, letztere inklusive aller neuen Videostandards mit HDR, erweiterten Farbräumen und – seit dem letzten Firmware-Update Anfang Juni 2017 – als erster Player am Markt auch inklusive Dolby Vision.

Betrachtet man den neuen Boliden etwas genauer, fällt dem geübten Auge schnell auf, dass die Verarbeitung an entscheidenden Stellen aufwändiger wurde.

Das beginnt beim schieren Gewicht: Der UDP-205 verwendet als erster Oppo eine dicke Grundplatte als reine Montagegrundlage und verbannt das Laufwerk und alle Baugruppen in eine vom Boden und Deckel mechanisch getrennte Kammer – womit er die sensiblen Baugruppen noch sehr viel konsequenter trennt als das kleinere Modell.

Wie auch beim UDP-203 sitzt die integrierte WLAN-Antenne auf der linken Seite in einer eigenen, elektromagnetisch zum Gerät hin abgedichteten Kammer im Seitenteil. Machen wir es kurz: Der gesamte innere Aufbau ist so piksauber und klar strukturiert wie bei keinem Oppo zuvor.

Oppo UDP-205: Klar strukturiertes Innenleben mit großzügigem Netzteil (Foto: R. Vogt)

Oppo UDP-205: Massive Front mit vergoldetem, großen Kopfhörer-Anschluss mit eigener Lautstärkeregelung (Foto: R. Vogt)

An der Front finden Oppo-Routiniers Bekanntes. Das kristallklare Display ist wie immer dimmbar und abschaltbar. Ein USB-Eingang erlaubt das gelegentliche Anschließen einer Musik-, Video- oder Foto-Quelle und das darf sogar eine Riesenfestplatte oder ein Speicherkartenleser sein.

Die vergoldete Kopfhörerbuchse liefert stets einen gegebenenfalls von Surround auf Stereo reduzierten Klang von ausgezeichneter Qualität und mächtig Pegel, auch für schwierige Kopfhörer, dank eigenem, diskretem Verstärker. Pfiffig: Sobald man einen Kopfhörer anschließt, kann man dessen Pegel mit den Lautstärketasten der Fernbedienung dosieren, egal, ob die analogen Ausgänge auf fix eingestellt sind.

Der Kopfhörer-Verstärker ist beim 205er direkt an den Stereo-D/A-Wandler gekoppelt und klingt tatsächlich besser als seine Vorgänger: dynamischer, wuchtiger und dennoch klarer.

Fernbedienung mit beleuchteten Tasten (Foto: R. Vogt)


Oppo UDP-205: Rückseite mit reichlich Ein- und Ausgängen (Foto: R. Vogt)

Das rückseitige Anschlussfeld wirkt ebenfalls recht vertraut und bietet alle digitalen Anschlüsse mit neuesten Standards und höchster Geschwindigkeit, ob das nun zwei USB-3.0-Buchsen für externe Festplatten sind, der 1-Gigabit-Netzwerkanschluss oder die Digital Audio-Ein- und Ausgänge, die bis zu den erlaubten 192 Kilohertz Abtastrate plus Dolby Digital und DTS und auch AAC verarbeiten.

In Sachen Bandbreite schießt der USB-2.0-Audioeingang mit erlaubten Auflösungen bis zu 768kHz / 32 Bit und DSD512 in Stereo den Vogel ab.

Eine Einschränkung gibt es: Der Oppo UDP-205 arbeitet direkt auf den Stereo-D/A-Wandler. Das heißt: Diese Auflösungen kommen ausschließlich analog wieder aus dem Player. Das macht aber wenig, denn der integrierte hauseigene Mediaplayer verarbeitet ebenfalls alle gängigen Formate bis 192kHz und DSD128 – und das sogar mit bis zu 5.1 Kanälen. Dabei stellt er diese Signale analog und digital zur Verfügung.

DSD wird, falls erforderlich, auf bis zu 176,4kHz nach PCM konvertiert. Einen zusätzlichen Computer als Abspieler braucht man nicht, außer man möchte wirklich exotisch hoch auflösende Dateien spielen.

Damit alles Digitale seinen Weg in die hörbare Welt des Analogen findet, kommen zwei ESS Technology ES9038PRO Wandlerchips mit 32Bit-Auflösung zum Einsatz. Und weil diese bis zu acht Kanäle verarbeiten können, verwendet der Oppo UDP-205 einen dieser Chips zum Befeuern der 7.1-Kanal-Platine für den Surround-Einsatz und den zweiten auf der Hauptplatine, zum Wandeln der Bits in Stereo in differenzieller Schaltung für die XLR-Ausgänge. Dazu bleiben immer noch Pins frei für die Stereo-Cinch-Anschlüsse und den Kopfhörerausgang.

Der gut Daumennagel-große Chip ist mit einer weißen Keramik zur Kühlung und zur mechanischen Dämpfung beklebt. Das jeweils direkt benachbarte Quartz mit seiner Schaltung für die Taktgebung versteckt sich unter einem Temperatur-ausgleichenden Kühlblech.

Oppo UDP-205: ESS Technology ES9038PRO 32-bit HyperStream DAC mit Dämpfer plus gekühltem Takt-Quarz (Foto: R. Vogt)


Verbessertes Jitter-Verhalten des reinen HDMI-Audioausgangs (schmale Spitze) (Foto: R. Vogt)


Für Furore sorgte die Aussage Oppos, einen Jitter-optimierten reinen HDMI-Audio-Ausgang zu bieten. Diesen Ausgang besitzt das kleinere Modell Oppo UDP-203 zwar auch, aber keine zusätzliche Jitter-Schaltung.

Leider ließ sich weder auf der Platine erkennen, was die Entwickler sich da zusätzlich ausgedacht haben, noch verrät es das Whitepaper, das aber immerhin die erreichte Verbesserung erklärt und dies mit den oben abgebildeten Messungen demonstriert.

Der HDMI2-Ausgang bietet offenbar keinen kleineren, aber einen rauschärmeren Jitter, der damit nominell von 52 auf 50 Pikosekunden sinkt. Um ein Missverständnis zu vermeiden: 52 Pikosekunden ist für HDMI ein ohnehin sensationell winziger Wert. Jitter auf HDMI-Leitungen zeigt sich typischer Weise in drei- und vierstelligen Werten!

Dementsprechend schwer war der Unterschied zu hören: Man konnte gerade so wahrnehmen, dass die Raumabbildung beim reinen Audio-Ausgang einen Hauch aufgeräumter wirkte als beim HDMI1-Ausgang mit Bild.

Dazu habe ich den Oppo über zwei identische HDMI-Verbinder mit dem Marantz AV8802 des Testkinos verbunden und im „Pure Direct“ Modus verglichen. Der Unterschied ist winzig, aber reproduzierbar. Aus der Erinnerung liegt der neue Oppo klanglich via HDMI aber schon sehr dicht am getunten Vorgängermodel Oppo BDP-105D Audiocom Signature für 4.600 Euro.

Wirklich ungewöhnlich flexibel zeigt sich der Oppo bei analoger Mehrkanal-Ausgabe. Er bietet ein komplettes Signal-Decoding und -Management wie ein ausgewachsener AV-Receiver.

Das beginnt mit dem Up- und Downmix von Stereo bis 7.1 mitsamt Bassmanagement, geht über Pegel- und Laufzeiteinstellung sowie die Möglichkeit, den höherwertigen Stereo-Ausgang mit XLR-Ausgängen wahlweise separat oder als linken und rechen Kanal der Surround-Wiedergabe anzusteuern, bis hin zu feinstufig justierbaren Trennfrequenzen für den Subwoofer und nicht zuletzt einem großzügig anpassbaren Lipsynch-Delay zur Synchronisation von Bild und Ton.

Puristen betreiben den Oppo-Player daher sogar direkt an Endstufen oder Aktivlautsprechern ohne AV-Verstärker. Das geht gut. Zumal er mit einem HDMI-Eingang und HDMI-Audio-Return-Channel (ARC) den Ton des Fernsehtuners, eines Sat-Receivers, einer Spielekonsole, eines Streaming-Sticks oder von Digitalaudio (von extern per Cinch oder Toslink) wunderbar verdaut. Und bei analoger Ausgabe nimmt er – wie schon erwähnt – auch audiophilste HiRes-Signale per USB vom Computer.

Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Vier Basis-Setups wählbar (Foto: R. Vogt)

Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Das Infomenü mit reichlich Metadaten (Foto: R. Vogt)

Stets genial war schon seit je her Oppos integrierter Mediaplayer. Der spielt praktisch jede Datei, die man ihm vorsetzt. Gleich, ob es sich nun um Fotos, Audiodateien oder höchst-auflösende Videos handelt – er akzeptiert fast alles.

Eines konnten seine Vorgänger bislang nur mit lästigen Einschränkungen: Gapless. Was für reine Audiostreamer mittlerweile selbstverständlich ist – nämlich aufeinanderfolgende Audiodateien lückenlos abzuspielen – ließ bei Oppo überhaupt erstmals die letzte Player-Generation zu, aber nur von direkt per USB angenabelter Festplatte.

Die neuen Oppos UDP-203 und UDP-205 können nun endlich auch Gapless spielen, aber dieses Feature ist immer noch an Bedingungen geknüpft: Es geht nur via SMB (freigegebene Festplatte oder Server), nicht per UPnP/DLNA.

Man geht also in das Verzeichnis mit den zu spielenden Musikstücken und wählt statt Start die „Option“-Taste. Hier kann man für FLAC und WAV Dateien nun „Gapless Play“ wählen. Und tatsächlich, Pink Floyd Konzeptalben, Livekonzerte oder Opern laufen nun durch.

Und so funktioniert es mit der Oppo MediaControl App: von USB oder SMB-Freigabe die Musik wählen, den Finger auf dem ersten Stück gedrückt halten, das in der Gapless-Folge als erstes spielen soll, dann erscheint die entsprechende Option. Das läuft mit Apples iOS super.

Die Android-App bietet dieselbe Funktion, nur funktioniert sie dort (Stand Juni 2017) noch nicht richtig: die Pause zwischen den Stücken wird zwar winzig, verschwindet aber nicht ganz. Auch die Titelsortierung ist manchmal eigenwillig. Da wird wohl noch programmiert.

Doch wo es geht, funktioniert es auch mit wirklich anspruchsvollen Dateien – beispielsweise solchen mit bis 5.1 Kanälen in 24Bit/96kHz. Dennoch wirkt alles noch nicht ganz endgültig. So bietet der Player beispielsweise Gapless auch für DSD-Formate an, verwendet es dann aber nicht. Und die Apps listen im SMB-Modus teilweise unsortierte Titelfolgen. Hier dürften rasch Updates folgen.


Die Ausgabe von HDR ist auch für alle Sonderfälle einstellbar (Foto: R. Vogt)

Fazit Oppo UDP 205

Hand aufs Herz: Für den reinen digitalen Betrieb ist der Aufpreis des Oppo UDP-205 gegenüber dem kleineren Bruder Oppo UDP-203 kaum zu argumentieren.

Ich habe beide im selben Rack stehen und gleich, wie sehr ich mich mit verschiedenem Video- und Audio-Material, aber auch mit verschiedenen Kabeln mühte, für Gerechtigkeit zu sorgen: Via HDMI liegen die klanglichen Unterschiede im Bereich der Einbildung – mit einer minimalen Tendenz zum größeren Modell in Sachen Ruhe und Plastizität. Einen echten Doppelblindtest würde ich mir aber kaum zutrauen.

Anders schaut das bei der analogen Tonausgabe aus. Hier brauchte ich nicht lange zu probieren, um zu belegen, dass der 205er eindeutig überlegen spielt – und zwar in allen Punkten.

Das gesamte Klangbild wirkt plastischer, von den Lautsprechern besser gelöst und bietet eine viel größere Palette an Klangfarben mit mehr Feindynamik und Autorität in der Darstellung. Erwartungsgemäß gilt das ein wenig mehr für den symmetrischen Stereo-Ausgang als für die 7.1-Kanäle der Surround-Ausgabe. Aber beide passen wie Zwillinge gut zusammen und sind klanglich erst auf den zweiten Blick klar unterscheidbar.

Ein wenig enttäuscht war ich abermals von den wählbaren Digitalfiltern. Die lagen klanglich so nah beieinander, dass man kaum glauben kann, dass da überhaupt Unterschiede sind. Das können viele D/A-Wandlern oder auch der Cambridge CXU  prägnanter. Ich bilde mir ein, „Linear Phase Slow“ gefiele mir dank etwas wärmerer Klangfarbe am besten.


Kaum Unterschiede: 7 verschiedene Filter erlauben Tuning der D/A-Wandlung (Foto: R. Vogt)


Spannung gab es dann noch einmal beim Vergleich des USB-Eingangs mit dem integrierten Mediaplayer. Der Treiber war schnell auf dem Windows-10-Laptop installiert. Mit Foobar als minimalistischem Abspieler probierte ich die höheren Samplingraten durch, wobei ich zugegebener Weise für die allerhöchste Auflösung gar keine Dateien besaß – immerhin spielt der Oppo bis zu 768kHz mit 32 Bit und DSD512. Mein Repertoire reicht bis DSD256 und DXD-Dateien bis 384kHz/32Bit. Und das spielte alles klaglos. Klar, der Vergleich musste sich auf Formate beschränken, die beide Signalpfade beherrschen, also maximal 192kHz/24Bit und DSD128.
 

Es sei noch einmal angemerkt: Der integrierte Mediaplayer spielt auch Surround-Dateien bis 5.1 Kanäle und gibt sein Signal über alle Wege analog oder digital einschließlich HDMI aus. Der USB-2.0-Audio-Eingang spielt nur Stereo und geht direkt via D/A-Wandler auf die analogen Ausgänge.

Tatsächlich klangen die zwei Wege trotz identischer Soundfiles vom Server unterschiedlich. Der USB-Eingang klang etwas spritziger, gelöster, der integrierte Mediaplayer wirkte nicht ganz so leichtfüßig, groovte aber besser und wirkte harmonischer. Fans höchster Auflösung werden sicher den USB-Weg bevorzugen. Aber das ist Geschmacksache. Und: Man hat ja die Wahl.

Also: Das neue Oppo Flaggschiff kostet gut das Doppelte des UDP 203. Aber der Oppo UDP-205 ist für rund 1.800 Euro der universellste und best-klingende Serienplayer auf dem Markt. Verarbeitung und Ausstattung auf diesem Niveau bietet schlicht niemand anderes.

Wer einen zentralen Abspieler für seine Sammlung von CD, DVD, DVD-Audio, SACD und sämtlicher Blu-ray-Varianten bis 4K mit HDR plus Audio-/Video-Streamingplayer sucht, wird hier fündig – egal ob der Ton analog oder digital weiter verarbeitet werden soll. So dürfte im Laufe der Zeit auch manch ein Oppo in einem Rack einer reinen, audiophilen Stereo-Anlage seinen Platz finden, schon auch wegen der symmetrischen Ausgänge. Eine echt coole Maschine.


















 


 

 

 

 

Wir sind für Euch natürlich auch auf der High End in München (18.-21.5.2017) vertreten :

Audio Offensive mit einigen Exponaten von fast jedem Hersteller Halle 1 D 15

  • Abyss Kopfhörer und JPS Kabel : Halle 3 N 06

  • Aqua auch im Atrium 4 im Raum 210

  • bei Odeon mit den neuen großen Odeon Systemen.

  • Tektron Audio : Halle 1 Stand C 15.

  • Graham Audio Halle 3 Stand K 02

  • Atrium 4.2 E 225 bei E.A.R. Yoshino

  • Grandinote : In Front der High End in der bei Martion Audio Systeme im Spiegelsalon, Lilienthalallee 37

  • Karl-Hammerschmidt Str. 45, 85609 Aschheim, mit dem Auto, je nach Verkehrslage ca. 20-30 Minuten Shuttleservice möglich. Vorführung dort : Komplettanlage Grandinote mit den neuen Grandinote Mach 4 Speakers.


 

 

Testbericht aus der Image Hifi 03/2017 Autor: Andreas Wenderoth  Bilder: Grandinote & Rolf Winter

Grandioses Dream-Team

Öffnet man die Verpackungen, liegen – ganz großes Kino –

weiße Handschuhe auf einer samtig-roten Decke, die locker um die Verstärker geschlagen ist. Gleich wird aus der Kiste vermutlich noch ein Herr mit Zylinder steigen und ein paar Zaubertricks vorführen, denkt man. Ein solch verführendes Entree steigert die Vorfreude, und die Idee des Bühnen-Zauberers ist im Grunde auch gar nicht weit hergeholt, denn diese Verstärker lieben den Auftritt. Und nutzen ihn – keine Illusion – für buchstäblich magische Momente. – Doch bevor wir die Augen

schließen, machen wie sie erst einmal auf. „Proemio“, heißt so viel wie „Vorwort“ oder auch „Präambel“

und macht dem vorgelagerten Ort in der Kette klar, „Silva“ ist die Abkürzung von Silvana – so heißt Magris Großmutter (es gibt auch

noch eine Phono-Stufe Celio, die er nach seinem Großvater benannt hat). Die Verstärker kommen in einem schwarz-silbernen

Gehäuse daher, das deutlich amtliche Ausmaße hat. Mit 15 Kilo ist die Proemio nicht eben leicht (die Endstufe wiegt sogar satte 40 Kilo und ich bewundere Vertriebschef Uwe Heile dafür, mit welcher Lässigkeit er sie allein in den vierten Stock getragen hat!). Und eigentlich auch ziemlich groß. Wenn auch nicht im konventionellen Sinne (die Front ist mit 31,8 cm relativ schmal), denn die Verstärker gehen (wenn da mal kein Sinnbild dahintersteckt!) neben der Höhe vor allem in die Tiefe, die Endstufe noch ein bisschen mehr

als die Vorstufe: Mit 47 Zentimetern passt sie gerade eben noch auf meinen TimeTable. Während sie außer einem schwarzen Ein/-Aus-

 

schalter über keine weiteren Bedienelemente verfügt, rahmt bei der Vorstufe ein spiegelndes Metallband die Bedienelemente. Je drei

symmetrisch angeordnete Knöpfe links und rechts vom Display, das sich mit einem zweiten Rahmen nochmals grafisch abhebt. Auf

der – ebenfalls größtmöglicher Symmetrie verpflichteten - Rückseite befinden sich hochwertige Anschlüsse, drei XLR-, drei Cinch-

Eingänge und zwei Ausgänge, einmal symmetrisch, einmal unsymmetrisch. Die Endstufe Silva verfügt ausschließlich über einen symmetrischen Eingang.

Mit den Knöpfen auf der Frontseite (die von ihrer Anmutung de-

nen auf der angenehm schlichten, sehr flachen weißen Fernbedienung entsprechen, sie erinnert ein wenig an einen iPod) lassen

sich Eingangswahl, Balance und Grund-Lautstärknebst Mute-Schalter, aber auch eine spezifische

Lautstärke für jeden Eingang festlegen. Was sehr angenehm ist, um etwaige Gain-Unterschiede der

Quellgeräte auszugleichen. Aber auch, weil der Verstärker ohne diese Voreinstellung nach jedem Ein-

schalten grundsätzlich bei 0 beginnt, was ein bisschen mühsam sein kann. Über den Knöpfen thront

ein Firmenlogo, das offenbar für Blinde geschaffen wurde (eine Idee kleiner könnte es meinem ganz

persönlichen Geschmack schon sein), darunter, ebenfalls immer noch aus dem Nebenzimmer gut

lesbar, der Name des Verstärkers. Den man ja auch so nicht vergessen würde.

Es liegt übrigens kein Stromkabel dabei, ein klares Zeichen dafür, dass man den Grandinotes mit einer

Standardstrippe Gewalt antun würde. Vertriebschef Uwe Heile hat mir freundlicherweise ein JPS Labs

Aluminata Reference mitgebracht. „Das ist richtig gut“, hatte er gesagt, was so viel heißen muss, dass er

meine Kabel allenfalls für ok hält. Der Gerechtigkeit halber muss ich meine (mir sehr ans Herz gewachsenen) HMS selbstverständlich entschieden verteidigen, aber ein Direktvergleich macht deutlich, dass das Aluminata noch ein paar Feinheiten mehr herausholt und die Grandinotes sozusagen zum vollen Erblühen

bringt. Allerdings kostet das Kabel ja auch fast viermal so viel. Und: Die Kombi klingt – so viel sei hier

schon verraten – auch ohne Aluminata schlichtweg überragend.

Eine andere Geschichte, mit der man sich zunächst eine Weile beschäftigen muss, ist die Aufstellung. In

Unkenntnis davon, wie „heiß“ die Endstufe wirklich wird (sehr heiß!), hatte ich sie zunächst zu nah am

Plattenspieler platziert. Als dann aber – durch mehrere Bretter hindurch – die Unterseite meines Artemis „erglühte“ und ich merkte, das dies nicht nur der Vorfreude auf

seine neuen Spielpartner geschuldet war, holte ich sie von dort schleunigst weg. Ich habe verschiedene TimeTables, aber die Silva

beansprucht eindeutig die große Fläche und will völlig frei stehen. Ein Platz, den sie sich aber auch redlich verdient: Die Silva braucht

Luft zum Atmen. Und auch keineswegs eine Tom Evans-Phonostufe in ihrer Nähe: Kurzer Moment der Irritation, aber sobald ich

den 20th Anniversary Mk II ein gutes Stück entfernter stelle, ist das Brummen sofort verschwunden. Übrigens rät Magri, seine Endstufen niemals vor den Lautsprechern, und auch nicht auf gleicher Höhe, sondern immer etwas zurückgesetzt zu positionieren. Ich

halte mich daran, welcher Verstärker will schon im Nahfeld von Schallwellen durchgerüttelt werden?

Sobald der runde Power-Knopf im unteren Drittel der schwarz eloxierten Aluminium-Frontplatte gedrückt ist, heißt es zunächst:

Warten. Der mit großen digitalen Zahlen begleitete Countdown von 99 auf 0 verlangt – im Sinne einer optimalen Arbeitsspannung – ein wenig Geduld. Die jedoch schnell belohnt wird, sobald man anfängt zu hören. Zum Beispiel Johnny Guitar Watsons

'' Ain't that a bitch'' (DJF Records 20485 A, LP) aus dem Jahr 1976: Sicherlich

keine im engeren Sinne audiophile, aber dennoch großartige Scheibe. Das zweite Stück der ersten Seite heißt vielsinnig „I want to ta-ta you Baby“ und ist ein lupenreiner Blues. Erste Überraschung: die Kraft. Die Endstufe mit ihren vermeintlich bescheidenen 2-mal 37 Class A-Watt treibt mühelos meine Sehring-Lautsprecher, die mit ihren 84 dB ja nun nicht gerade als Wirkungsgrad-Wunder gelten. Der tief herunterreichende E-Bass hat Druck,

ist schnell und dermaßen souverän zupackend, dass man, würde man es nicht besser wissen, denkt, man sitzt vor einer Anlage mit

der mehrfachen Leistung. Bass und Schlagzeug (hinten links) knallen einem fast brutal in die Bauchhöhle, kein Wabern, sondern entschlossene Attacke. Aber zugleich mit tonalen Nuancen, die klarmachen, dass hier eben nicht nur schiere Kraft, sondern auch viel

Feingeist im Spiel ist. Weit öffnet sich der Raum, herrlich schieben die Bläser, und glasklar liegt über allem die Telecaster des viel zu

früh verstorbenen Meisters. Mit seiner Stimme, die ich – mal abgesehen von ihrer immensen Coolheit – in früheren Ketten doch zu-

weilen als eine Spur, ich will nicht sagen „gepresst“, aber doch leicht verdichtet, in Erinnerung habe. Davon kann hier keine Rede mehr

sein. Sie wirkt völlig gelöst und hat jede Menge Raum. Wie auch die gesamte Aufnahme luftiger, offener und räumlicher wirkt, als ich

sie je gehört habe. Dass das Stück Drive hat, wird man auch auf einer schlechteren Kette kaum bestreiten können, aber mit den

Grandinotes „swingt“ es eben noch deutlich mehr, so als würde, wie von Geisterhand (wahrscheinlicher: der Hand des Signor

Magri) das präzise Zusammenspiel der Musiker noch deutlicher offengelegt werden.

Die Geschichte von Grandinote, südlich von Mailand gelegen, ist die einer langen Reise, die mit der Magnetosolid-Technologie ihr

Ziel gefunden zu haben scheint. Im Grunde begann sie 1993, als sich der künftige Elektronik-Ingenieur Massimiliano Magri, damals 20 Jahre jung, sein erstes Wickelgerät für Übertrager besorgte. Bis heute haben alle von ihm konstruierten Verstärker eigen-

händig gewickelte Übertrager. 1996 baut Magri seinen ersten Verstärker namens Araldo, damals noch mit Röhren, weil das, wie

er fand, einfacher zu handhaben war. Er ist nicht unzufrieden mit dem Klang, glaubt aber, dass es noch besser gehen muss. Zur Jahr-

tausendwende hört Magri auf, Röhrenverstärker zu bauen, weil er denkt, dass die Zeit für etwas Neues herangebrochen ist.

Mit seinen ersten Magnetosolid-Protototypen gelingt es ihm, die Hörer zu verblüffen: Transistorverstärker, die nach 300-B

Röhren klingen! Leider haben sie aber auch noch das, was Magri in der Regel für den Hauptnachteil der meisten Röhrenverstärker

ansieht: einen etwas vagen Tiefton. Insgesamt hätte er auch gerne noch ein bisschen mehr Energie und Dynamik. 2005 lässt er sich

seine Magnetosolid-Technologie patentieren. Der erste ausentwickelte Verstärker mit Grandinote-Emblem heißt „A Solo“ und

klingt genau so, wie er es sich vorstellt: natürlicher und organischer als gewöhnliche Transistor-Verstärker, ''reicher'', aber zugleich mit deutlich konturierterem Bass.

 

 In den nächsten Jahren verfeinert er seine

Geräte, arbeitet insbesondere weiter am Tiefton und erhöht zugleich die Dynamik.

Die reinen Class A-Verstärker von Grandinote haben laut Magri konstruktionsbedingt mehr Band-

breite und zugleich einen höheren Dämpfungsfaktor als gewöhnliche Röhrenverstärker. Überhaupt

als jeder andere Verstärker, der ohne Gegenkopplung auskommt. Zwischen den Verstärkerstufen verwendet Magri keinerlei Kondensatoren, sondern setzt auf Direktkopplung, was, wenn man ihm folgt,

schwieriger ist, aber im Ergebnis lohnend: „Wenn es so entscheidend ist, ob ich einen Mundorf-, Jantzen-

oder anderen Kondensator verwende, heißt das im Silva Umkehrschluss doch, dass Kondensatoren immer

ein klanglimitierender Faktor sind!“ Die einzigen Kondensatoren sitzen bei ihm im Netzteil, in der Ausgangstufe und im unsymmetrischen Schaltkreis, wo es sich nicht vermeiden lässt – ein Grund, warum er einer symmetrischen Verbindung immer den Vorzug geben würde.

Magri hat den Doppelmonoaufbau so konsequent betrieben, dass seine Vollverstärker und Stereo-Endstufen jeweils zwei Netzkabel benötigen. Aber auch im symmetrisch aufgebauten Proemio sind, wenn man ihn öffnet, die Module fast spiegelbildlich gedoppelt. Außerdem, auch das eine Besonderheit (für

ihn selbst eher eine Selbstverständlichkeit), verwendet er Übertrager. Nein, er ist nicht der Erste, der Aus-

gangsübertrager in Transistorgeräten verwendet (in der Vergangenheit hat zum Beispiel auch McIntosh damit experimentiert), aber sein Schaltungsdesign

unterscheidet sich von anderen erheblich, weil er sich viel mehr vom gewöhnlichen „solid state“ entfernt hat. Magri sagt, er baut Röhrenverstärker, nur eben ohne Röhren. Und weil das Herz eines Röhrenverstärkers nun einmal die Ausgangs-Übertrager sind, haben auch seine Verstärker konsequenterweise

Übertrager. Auch wenn sie sich, wegen der unterschiedlichen Strombedürfnisse, sehr von den in

Röhrenverstärkern verwendeten unterscheiden. Eines der Attribute, mit denen er selbst seinen Sound

beschreibt, ist „sweet“, was ich persönlich für einen zumindest leicht irreführenden Akzent halte: Denn

von einem süßlich-schönenden Röhrensound kann beim besten Willen keine Rede sein. Die Proemio ist

schnell, lebendig und, ich bin mit dem Wort zurückhaltend, aber hier trifft es die Sache, organisch. Sicherlich kein Studiogerät, kein reiner Signaldurchreicher, natürlich macht sie etwas, verlässt die Ebene des

rein Neutralen, nie unangenehm (im Gegenteil!), aber doch ausreichend, um von einem spezifischen

Sound zu reden. Wobei man festhalten muss: Dieser Sound macht Spaß, macht an, ist wunderbar. Und nie so, dass man Gefahr laufen könnte, sich daran zu überhören. Im Gegenteil, es ist gar nicht so leicht, wieder auf andere Verstärker zu wechseln. Fast so, als

hätte Magri einen kleinen Suchtfaktor eingebaut. Vielleicht muss man sich das Gerät daraufhin noch

mal genauer anschauen: Wer weiß, vielleicht wird in seinem Inneren irgendeine betörende Substanz ver-

dampft. Aber Spaß beiseite... Wenn man ein Instrument selbst einmal gespielt

hat, ist man vielleicht besonders kritisch, wenn es um dessen tonale Aufzeichnung geht. Ein paar Jahre

Unterricht auf der klassischen Gitarre haben aus mir keinen großen Gitarristen gemacht (bedauerli- 

cherweise), aber ich weiß doch zumindest recht genau, wenn ich eine Schallplatte höre, ob dies eine

gute Abbildung einer klassischen Gitarre ist oder eher nicht: Meistens eher nicht. Natürlich, es gibt erfreuliche Ausnahmen. Zum Beispiel Andrés Segovia auf Telefunken-Decca (SAD 22010, LP), die ich als

Promo-Platte besitze und mir wie alle Promo-Plattenbesitzer selbstverständlich einrede, noch näher

an der Urmatritze zu sein. Aufgenommen im März 1967 in New York und Madrid verströmt die Sarabande von Bach auf der B-Seite einen so livehaften Charakter, dass man den Herrn mit der großen

schwarzen Brille und dem schütteren Haar, der so wunderbar unangestrengt spielt, sozusagen als Gast

im Zimmer hat. Umfangen von einem Meer von Klangfarben, das die Grandinotes beeindruckend

offenlegen, taucht man tief in diese Aufnahme hinein. Erlebt den Raum, der nicht ganz klein gewesen

sein kann, ungemein luftig erscheint das, eine Aufnahme, die durch die Grandinotes förmlich „atmet.“ Tonal scheint diese Scheibe auf unbestimmte

Weise richtiger, als ich sie bislang gekannt habe, und wenn Segovia in den tiefen Lagen spielt, bekommt

der Gitarrenkörper ungeahntes Volumen. Es mag nüchternere Verstärker geben als diese, aber

ganz sicherlich nicht sehr viele, die so viel Freude be- reiten, indem sie den Zugang zur Musik ebnen. Hier

ist röhrenhaft Luft zwischen den Instrumenten, ein gewaltiger Raum baut sich auf, und die Musik wirkt

trotz Extrakelle „Schönheit“ niemals künstlich, sondern - ganz im Gegenteil - vielleicht sogar natürlicher. So als würde etwas hinzugefügt, was der Musik

an anderer Stelle verloren gegangen ist. Ich weiß wohl, dass diese Deutung keinen streng naturwissenschaftlichen Maßstäben genügt, aber wir reden ja hier von der Empfindungsebene. Und offen gesagt,

die naturwissenschaftlichen Erklärungen zu den Klangschälchen des Franck Tchang haben mich auch

nie ganz zufriedenstellen können. Trotzdem hängen sie in meinem Hörraum. Weil ich sie für ein ganz

außergewöhnliches Tuningprodukt halte. Aber ich schweife ab. Oder doch nicht? Gehört es nicht eigentlich genau dazu? Welchen Aufwand muss man betreiben, um einem auf eine Schallplatte gepresstes

Tonsignal seine Natürlichkeit zurückzugeben? Noch haben wir es trotz modernster Verstärker nicht ganz

geschafft, mit dem Live-Ereignis gleichzuziehen und ein Konzert im häuslichen Wohnzimmer so zu über-

tragen, als säßen wir wirklich im Konzertsaal. Aber mit dieser italienischen Elektronik kommen wir

dem, sagen wir, etwas näher. Auf dem musikalisch wie aufnahmetechnisch

großartigen Doppelalbum(Deutsche Grammophon, 00289 479 3598, 2-LP) hat der vielbeachtete Violinist Daniel Hope sich 2013 dem Thema astronomische Harmonie und Sphärenmusik gewidmet.

Das einleitende, neu transkribierte „Imitazione delle campane“ des visionären Violinenvirtuosen Johann

Paul von Westhoff, der 1696 in Dresden eine Samm- lung von Partiten für Violine Solo schrieb (die ver-

mutlich für Bachs berühmte Sonaten und Partiten Vorbildfunktion hatten), lebt vom Kontrast einer

sehr ruhigen Kontrabasslinie (sehr voll und körper-haft!), über dessen sattem Fundament sich das Feuer

wahnwitzig virtuoser Violinenfiguren entfaltet. Ein ungemein vollständiger, räumlich-luftiger und sehr

breitbandig anmutender Klang, dem nichts Artifizielles anhaftet. Keine Härten, nichts Körniges. Scheinbar grenzenlose Dynamik, und dabei immer sehr schnell. Magri sagt, akustisch vereint er das Beste der

beiden Welten aus Röhren und Transistoren in seinen Geräten. Man mag das für Werbegerassel halten. Aber

wenn man sie hört, fällt es sehr schwer, ihm zu widersprechen. Ich kann mich in den letzten Jahren nur

an ein einziges Mal erinnern, da mich eine Elektronik ähnlich stark, fast magisch, berührt hat: Das war, als

ich den Kondo Overture PM-2 testen durfte, der ja ein Vielfaches kostet.

Der Proemio versteht sich übrigens auch glänzend mit meiner Pass-Endstufe und kann laut Magri wegen

seiner geringen Ausgangsimpedanz eigentlich jede Endstufe auf dem Markt treiben. Wenn man ihn allerdings mit der Grandinote-Endstufe gehört hat, fällt es sehr schwer, wieder auf eine andere Kombination

zurück zu wechseln. Das maximale Ergebnis wird, so ist zumindest mein Eindruck, dann erzielt, wenn bei- de Geräte derselben Philosophie entstammen. Wobei die Notwendigkeit, im eigenen Haus zu bleiben, bei

Vor- und Endstufe unterschiedlich groß ausgeprägt scheint. Nach einigem Hin- und Herwechseln und

verschiedenen Kombinationen mit Fremdgeräten komme ich zu dem (vorläufigen) Ergebnis, dass man

der Endstufe eher zwingend eine Grandinote-Vorstufe gönnen sollte (die rein symmetrischen Eingangsbuchsen legen ja auch nahe, dass sie ungern „fremd“-

geht), die Vorstufe aber sehr flexibel mit anderen Geräten kombiniert werden kann. Zusammen bilden

sie ein Dream-Team von einer Musikalität, die in diesem Preissegment kaum zu toppen sein wird. Sicher-

lich ist es auch nicht verboten, mal mit einem der beiden Verstärker (meistens wohl am besten mit der Vorstufe Proemio)

zu beginnen. Etwas Luft nach oben hat noch niemandem geschadet.

Und ist in jedem Fall eine großartige Perspektive. Bravo!

 

 

 


 

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